Von Windhoek aus sind wir über Katima Mulilo (Hauptstadt des Caprivi Streifens) und der Grenzstadt Bulawajo (Simbabwe) ins Land eingereist. Nach den Formalitäten geht es weiter mit dem Flieger nach Victoria Falls.
Unsere kleine Propellermaschine kann lt. Sitzplatznummern 30 Passagiere aufnehmen. Das Flugzeug ist ausgebucht, aber wir sind nur 29 Passagiere. Wo ist der 30ste? Des Rätsels Lösung: es gibt keinen Sitzplatz mit der Nr. 13. Sollten wir Grund haben abergläubisch zu sein?
Doch es läuft bis hierher nach Bulawajo gut. Wo wird man schon auf dem Airport per Handschlag von Flughafendirektor freundlich begrüßt? Auch das Immigration Office gleicht mehr einer gemütlichen Stube als einem Büro. Der junge Mann hinter dem Schalter hat Zeit. Aber irgendwann bekommen auch wir unseren Stempel in den Pass.

Nun
soll es wieder losgehen. Rein in die Maschine, anschnallen und das
Rauchen einstellen. Den Piloten können wir durch die geöffnete
Cockpittür über die Schulter schauen. Los geht es. Aber die Maschine
will und will nicht abheben. Wir drehen eine Runde nach der
anderen auf dem Rollfeld. Wie war das doch gleich mit der 13? Aber was
wäre das für ein Buschpilot, der keine Lösung findet? Er steigt
aus, hantiert da draußen am Leitwerk und am Propeller rum. Nun klappt
es plötzlich. Wir fliegen los und kommen wohlbehalten an den Victoria Falls an.

Vom Flughafen fahren wir mit dem Taxi in die Stadt. Wir haben uns in der Ilala Lodge einquartiert. Das Hotel liegt dicht an den Viktoria Fällen, so dass wir das Donnern der herabstürzenden Wassermassen schon hier hören. Die Anlage befindet sich in einem großen, der Natur überlassenen, Park. Wildschweine sind ebenso ständige Gäste wie Buschböcke und Affen. Eigentlich haben wir ja nicht Simbabwe besucht und kennen gelernt; unser Ziel sind die Victoria Fälle und der Sambesi. Wir machen lange, z.T. auch recht feuchte Spaziergänge an den Wasserfällen entlang. Jeder Tageszeit sorgt mit den jeweiligen Lichtverhältnissen für sich ständig ändernde Stimmungen und Bilder.
Die Fahrt auf dem Sambesi - hier Grenzfluss zwischen Simbabwe und Sambia - hat auch seinen ganz besonderen Reiz. Die untergehende Sonne taucht alles um uns herum in unterschiedliche Rottöne.
In der Sprache der vor schon Jahrhunderten hier lebenden Kololo war der Name der Wasserfälle “Mosi oa Tunya” - “Rauch, der donnert”.
Livingstone, der als erster Weißer an diesen Ort kam, war nach
monatelanger anstrengender Reise durch Malaria verseuchtes Gebiet so
beeindruckt von den Fällen, dass er spontan den Ausspruch machte:
“Solch schöne Szenen müssen Engel im Fluge gesehen haben!”
Mit einem Klick auf die Wasserfälle beginnt der Flug über die Vic Falls.
Wie wäre es am späten Nachmittag mit einem Sundowner auf dem Boot?
Gemütlich bei Wein, Käse und Gebäck über das Wasser schippern, die
Seele baumeln lassen und den Hippos zusehen, wie sie gelangweilt auf
den Sandbänken liegen.
Also: Einfach zurücklehnen und auf die untergehende Sonne am Sambesi klicken.