Von Laodicea kommend fahren wir weiter nach Hierapolis;
ebenfalls eine antike Stadt im früheren Phrygien. Hierapolis liegt am Hang
oberhalb von Pamukkale.
Ebenso wie Laodicea ist Hierapolis im 3. Jh v.Chr. gegründet. Im 1. und
2. Jh n.Chr. entstanden dann die Thermalbäder sowie das Theater und die
Tempelanlagen. Aus dieser Zeit stammen auch die Gräber. Leider sind
viele Bauten 1334 bei einem verherenden Erdbeben zerstört worden.
1200 Gräber befinden sich in der Nekropole nördlich der Stadt; es ist die größte Totenstadt in Kleinasien. Drei Arten von Gräbern gibt es: Sarkophage, tempelförmige Totenhäuser und Tumulusgräber. Archäologen entschlüsseln heute viele Inschriften auf den 2000 Jahre alten Grabsteinen.
Als wir vor vier Jahren in Pamukkale waren,
sah es noch ganz anders aus, obwohl schon damals Anstrengungen unternommen wurden, die Sünden
des touristischen Baubooms ein wenig einzudämmen. Die Hotelanlagen, die
direkt an den Sinterterrassen erbaut waren, hatte man bereits
abgerissen ...
Es ist auch bedeutend ruhiger geworden, was sicherlich nicht nur an der Jahreszeit liegt, sondern auch an den ergriffenen Maßnahmen zur Rückführung der vorgenannten touristischen Infrastruktur.
Heute ist von den Grundmauern der Hotels ebenso wenig mehr etwas zu sehen,
wie von der Straße und dem Parkplatz, auf dem sich vor Jahren noch die
großen Busse dicht an dicht drängten.
Auch das Schwimmbad wird verschwinden, so dass die alten Ruinen darunter wieder sichtbar werden.
Aber noch ein Schandfleck ist am südlichen Eingang zu den Terrassen: Eine hässliche Stahlkonstruktion, die den neuen Parkbereich teilweise überdacht. Ein Metallgestänge, das an einigen Stellen bereits rostet und die Landschaft verschandelt.
Von Parkplatz aus führt uns der Weg durch das byzantinische Tor an der Südseite der Sinterterrassen (u.li.)
Rechts ist das Tor von der anderen Seite zu sehen.

Langsam beginnt auch der Travertin wieder weißer zu werden.
Pamukkale, das der türkische Name für „Bauwollschloss“ ist, hat die beeindruckendsten Kalksinterterrassen der Welt. Seit Jahrtausenden sind es die kalkhaltigen Thermalquellen, die ihr Quellwasser über den 200 m hohen Berghang ergießen. Dieses Wasser ist mit Calciumhydrogencarbonat durchsetzt. Wenn es an die Oberfläche kommt, entweicht das Kohlendioxid und das so entstehende Calciumcarbonat fällt als Travertin aus.
Pro Sekunde kommen 250 l 30°C heißes Thermalwasser aus der Erde, das sind täglich mehr als 21.000 m³, und das sind auch 48 Tonnen Kalk.
Letztendlich war es der „Druck“ der UNESCO, der zur Renaturierung
geführt hat. Pamukkale steht seit 1988 auf der Liste des
Weltnaturerbes.
Zum Vergrößern der nachfolgenden Bilder diese einfach anklicken.
Von den Sinterterrassen ist es ein sehr schöner kurzer Spaziergang zum Theater von Pamukkale.
Das Theater wurde im 2. Jh n.Chr. von Kaiser Hadrian erbaut; spätere Erweiterungsbauten wurden mit Marmorarbeiten und Schnitzereien verschönert. Im 3. Jh n.Chr. erhielt das Theater dann seinen großen Orchesterraum.
Von 45 Sitzreihen konnten 15.000 Besucher alles verfolgen, was auf der Bühne passierte. Acht Treppen führen bis auf die Galerie hinauf, wo, so die Archäologen, wohl ein Baldachin zum Schutz vor Witterungseinflüsse angebracht sein könnte.

Überall in den Nischen standen Statuen aus Marmor und kunstvolle Friese zeigten Szenen aus der damaligen Zeit, so ein Fries der Götter, zu denen auch die Artemis gehörte.
Ende des 19. Jh hat der deutsche Carl Humann mit den Ausgrabungen begonnen, die 1957 von einem italienischen Team weitergeführt wurden. Seit 1977 kann der Besucher das Theater wieder betreten. Seit wenigen Jahren sind auch das Orchester und die Bühne wieder aufgestellt.
Wir bummeln durch die Anlage und lassen alles auf uns wirken. Es ist überall zu sehen, dass sich die Natur zwischen all diesen Säulen, Kapitell und Steinen ihren Platz sucht.

Noch immer aber liegen riesige Steinfragmente – scheinbar unsortiert – um das Theater herum. Doch wir haben seit unserem Besuch vor vier Jahren einige Veränderungen wahrnehmen können, wie z.B. die zusammengetragenen Steinquader der Bühnenhausfassade.
Das Bild (u.li.) zeigt einen Teil der Vorderansicht des Bühnenhauses. Das Bild (u.re.) zeigt die Ansicht von hinten; man kann deutlich erkennen, dass die Archäologen die einzelnen Teile nummeriert und katalogisiert haben.

Der Tag geht langsam zu Ende; wir werden noch die Nacht in einem
Wellnesshotel unten in Pamukkale verbringen; ein Thermalbad lädt zum
Relaxen ein.
Die drei Bilder habe ich von unserem Hotelbalkon aufgenommen: am
Nachmittag - in der Nacht - und am frühen nächsten Morgen. Das
"Baumwollschloss" sieht immer wieder anders aus; fast ein wenig
geheimnisvoll ...

Wir verlassen unser Hotel in Pamukkale und wollen wir Richtung Küste fahren.
Es geht durch das Taurus Gebirge
und wir schauen noch in einer Teppichknüpferei
vorbei. Eins sei an dieser Stelle schon mal gesagt: Einen Teppich -
auch keinen 'fliegenden' - haben wir gekauft. Uns reichen die Bilder ...