
Zu Beginn dieser Seite möchte ich Vedat
Sürer,
unseren Reisebegleiter für die kommenden Tage, vorstellen. Er hat uns
die Geschichte des Christentums und der Antike – gerade hier in
Kleinasien – sehr informativ geschildert.
Ich selbst konnte auf dieser Reise fast nicht aufhören zu
fotografieren (Dank der
digitalen Errungenschaften in Form einer Spiegelreflexkamera Nikon D80,
die unsere Erlebnisse „dokumentiert“).
Myra liegt in der heutigen Provinz Antalya und war zur Römer- und Griechenzeit eine antike Stadt in Lykien. Myra war die sechstgrößte Stadt des Lykischen Bundes und nach der Trennung der Region von Pamphylien (401-450 n.Chr.) Verwaltungs- und Bischofssitz.
Schon von Weitem fällt der Blick auf die vielen Felsengräber am Berghang, die wir allerdings nur von unten betrachten können.


Dafür
aber faszinieren die Ruinen des Theaters. Ein Römisches Theater
(cavea – „Aushöhlung“), das aus halbkreisförmig angeordneten Sitzreihen
besteht, die nach oben ansteigen und mehrere Zugänge hat. Ein
Scenetheater also, weil der Zuschauer einen weiten Blick über Stadt und
Land hatte.
Die Vergabe der Sitzplätze erfolgte streng nach politischer, wirtschaftlicher und sozialer Herkunft; das Theater in Myra bot Platz für 12.000 Besucher. Durch Tore (o.re.) erreichten die Zuschauer ihre Sitzplätze.

Dieses Tor (li.) führt auf die Bühne.
Typisch für Römische Theater ist der Bühnenkomplex, bestehend aus Bühnenhaus (scaena) und Bühne (pulpitum). Diese war überdacht als Schutz vor dem Wetter. Imposant erhob sich die Fassade; verziert von prachtvollen Säumen, Fenstern und Nischen.
Überall sind Teile der früheren Gebäude mit feinen Steinmetzarbeiten
zu sehen. Einige davon sind schon katalogisiert, wie auf dem Bild
rechts (rote Beschriftung) zu sehen ist.


Myra lag einst direkt am Meer; doch der alte Hafen Andriake liegt heute fünf Kilometer
südwestlich von Demre;
er ist verlandet. Die Gründung des Hafens lässt sich in der
frühhellenistischen Zeit festschreiben; der Apostel Paulus ging hier im
Jahr 59 n.Chr. an Land während seiner Reise nach Rom.
In der frühbyzantischen Zeit erlebte Myra mit den Hafenanlagen eine
Blüte. Sechs Kirchen zeugen vom Wohlstand der Stadt ebenso wie
Badehäuser und eben das Theater. Die Stadt wurde allerdings in Laufe
der Jahrhunderte unter dem Schlamm des Demre-Flusses begraben; erst
1965 und 68 begann es mit den Ausgrabunden der Ruinen durch den
deutschen Archäologen Jürgen Borchhardt.
Rund um Myra scheint das Land unter Glas zu verschwinden; überall gibt es Gewächshäuser, in denen Obst und Gemüse produziert wird.Auch wachsen in dieser Gegend viele Zitronen-, Orangen- und Granatapfelbäume.

Wir machen einen Zwischenstopp in den Bergen, von wo aus sich der Blick weit in das Tal erstreckt. Es ist windig und kühl jetzt in den Januartagen; deshalb wird ordentlich eingeheizt. Und damit wir auch einen anständigen Vitaminstoß erhalten, gibt es ein Glas Granatapfelsaft.

Granatapfelsaft,er ist recht sauer aber voller "Gesundheit". Süßer schmecken da die Orangen direkt vom Baum.
