Unsere Reise führt uns weiter von Myra nach Dalyan. Dabei sind wir viele Kilometer über kurvenreiche, aber gut ausgebaute Straßen gefahren. Vorbei an Orangenbäumen, die selbst jetzt im Januar noch Früchte tragen. Nur die Granatapfelbäume sind ohne Laub. Dazwischen wachsen Olivenbäume und Steineichen.
Wir sind in Anatolien; was von Ana (Mutter) und tolien (voll) ab geleitet wird.
Dalyan ist ein Ort im Landkreis Ortaca im Südwesten der Türkei (Provinz Muğla) und liegt am Köyceğis-See, von dem aus der Dalyan-Fluss das Süßwasser in die Ägäis bringt.
Seit 1988 ist der Strand Iztuzu – nachdem englische Naturschützer den Bau einer Hotelanlage verhindert hatten - zum Schutzgebiet für die Caretta caretta, die Unechte Karettschildkröte, erklärt worden.
Wir sind hier am Fluss in das Boot umgestiegen und haben – bei
strahlend warmer Wintersonne – eine Tour zu den Stränden gemacht, an
denen von Mai bis Juli die Schildkröten ihre Eier ablegen.
Das Bild zeigt den Blick zurück auf Dalyan.
Bevor wir aber am Strand ankommen, haben wir einen traumhaften Blick
auf die Felsengräber
am Ufer des Flusses. Sie stammen aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. und
gehörten zur antiken Stadt Kaunos. Ursprünglich lagen Stadt und Gräber
direkt am Meer, aber die Verlandung hat die Küste jetzt acht Kilometer
weiter in die Ägäis verlagert.
Der Überlieferung nach haben die Menschen einst geglaubt, dass, wenn
die Gräber an hochgelegenen Orten sind, der Mensch nach seinem Tod auch
Gott näher ist.

Wichtig für die Region ist allerdings der Strand. Dorthin kommen alljährlich die Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta), die es im Mittelmeer anzutreffen gibt. Sie ist mit einer max. Panzerlänge von 213 cm und einem Durchschnitt von 150 cm die größte Vertreterin ihrer Art. Sie wiegt rund 150 km; doch es gibt auch Exemplare, die leicht das Doppelte wiegen.
Ist ein Weibchen ca. 10 Jahre alt, ist sie auch geschlechtsreif und
schwimmt im Mai bis Juli Hunderte von Kilometer zu ihrem Geburtsort
zurück. Die Paarung findet im offenen Meer statt; doch die Weibchen
sind es, die im der Nacht an Land kommen; eine ca. 60 cm tiefe Grube
graben und zwischen 60 und 120 Eier dort hineinlegen. Nach ca. 48 bis
60 Bruttagen schlüpfen die Jungen; ihr Geschlecht „bestimmt“ die
Temperatur des Sandes: bei ca. 29 °C schlüpfen Männchen; bei rund 32 °C
Weibchen.
Das Mondlicht weist den Jungen dann den direkten Weg ins Meer
zurück, wobei sie schon den ersten Gefahren ausgesetzt sind: Krabben,
Möwen und nicht zuletzt der Mensch. Von ca. 1000 Jungen erreicht meist
nur eins das Erwachsenenalter
Hier in Dalyan ist heute ein vier Kilometer langer Strand unter Schutz gestellt. Außer den Unechten Karettschildkröten haben hier die vor dem Aussterben bedrohten Weichschildkröten (Trionyx triunguis), viele Krebsarten, Störche und Reiher ein Zuhause gefunden. 15 Vogelarten überwintern in diesem Gebiet.

Wieder auf dem Rückweg zu Ausgangspunkt unserer Bootstour fahren wir erneut durch diese Fischschleuse. Ich hatte ja schon berichtet, dass der Dalyan-Fluss in der Ägäis mündet; er bringt also Süßwasser ins Mittelmeer. Aus diesem Grund kommen jährlich große Fischschwärme zum Laichen in den Fluss und Köyceğis-See. Wenn sie kommen, öffnet man die Schleuse und sie schwimmen hindurch. Doch der Rückweg wird ihnen versperrt und die Fischer haben volle Netze.

Natürlich muss auch für Boote die Schleuse auf- und zugemacht werden. Boote, wie das, auf dem wir gerade von der Küste zurückkommen. Ach ja,die kleine Katze des Kapitäns hat die Bootstour auch mitgemacht. Sie fühlt sich wohl auf dem Wasser.

Wellenbewegungen !!!
Manchmal gibt es Bilder, die
eigentlich so recht in keinen Reisebericht passen. Aber getreu dem
Ausspruch: „Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte“, gefallen mir einige
Spiegelbilder vom Dalyan-Fluss so gut, dass ich sie hier zeigen möchte.
Ein türkisches Trockendock ???
Einfach nur etwas zum Schmunzeln: Als wir
nämlich in Dalyan noch einen kleinen Bummel durch den kleinen Ort
gemacht haben, standen wir plötzlich vor diesem „Trockendock“.

... & mit diesen Bildern verabschieden wir uns von der Küste; die Reise geht weiter nach Ephesus.