Wolfenbüttel ist eine schöne Fachwerkstadt, direkt an der Oker
gelegen. Von uns zu Hause sind es nur knapp 50 km; ein ideales
Städtchen für einen Sonntagsspaziergang. Und das ist auch egal, ob im
Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.
Die Stadt liegt im Südosten von Niedersachsen zwischen Harz und Heide. Nach Braunschweig sind es 12 km und nach Hannover rund 60 km.
Vermutlich bereits im 10. Jahrhundert kamen die ersten Siedler in
die feuchten Okerauen und im Verlauf der Handels- und Heerstraße
zwischen Rhein und Elbe bestand hier die Möglichkeit der
Okerüberquerung. Wulferisbuttle nannte man damals die Siedlung.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1118 durch Widekind von Wolfenbüttel.
Herzog Heinrich machte Wolfenbüttel unter den Welfen zur Residenzfestung, die 1500 ummauert wurde.
Die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg schlugen hier ihre ständige Residenz ab 1430 auf.
Das Schloss in Wolfenbüttel, war einst ein Wasserschloss und wurde es über die Jahrhunderte hinweg ständig umgebaut, so dass viele Epochen und Baumeister die Gebäude prägten. Erst im 18. Jahrhundert erhielt es das heutige Aussehen. Es ist nach dem Leineschloss in Hannover das zweitgrößte erhaltene Schlossbauwerk in Niedersachsen.
Der Herzogliche Baumeister Paul Francke errichtete 1614 den charakteristischen Renaissanceturm (u.re.).

Hermann Korb blendete dem alten Burgschloss um 1715 die barocke Fachwerkfassade (u.li.) vor mit dem repräsentativen Stein-Portal und den das Fürstenhaus verherrlichenden Plastiken.
Die barocken Balustradenfiguren
(u.re.) schuf der Tiroler Künstler Franz Finck; sie sollen in
allegorischer Form die Tugenden und Pflichten eines Landesfürsten
versinnbildlichen.

Beim Betreten des Schlosses sieht man auf das Monogramm des
herzoglichen Bauherrn August Wilhelm und seinen mahnenden
Wahlspruch:
Parta tueri - Erworbenes erhalten.
Über ein Treppenhaus gelangt man in die oberen
Schlossräume, die dem prachtliebenden Herzog Anton UIrich als Wohnung dienten.
Heute ist das Schloss zu großen Teilen ein Museum mit kostbaren Intarsienwänden, schweren Stuckdecken und Wandmalereien.
Die Dauerausstellung "Zeiträume - ein Gang durch die
Geschichte Wolfenbüttels" dokumentiert die Geschichte, Kunst und Kultur der
Stadt Wolfenbüttel und ihres bäuerlichen Umlandes.
Der Innenhof wird von Arkaden bestimmt, die 1643 errichtet wurden.
Herzog Heinrich Julius (reg. 1589 bis 1613) holte eine englische
Schauspieltruppe in das Schloss, die regelmäßig Aufführungen machten.
Wolfenbüttel gilt seit der Zeit als Begründerin des deutschen Theaters.
Außer dem Schloss stehen nahe dem Schlossplatz die Herzog-August-Bibliothek, das Lessinghaus, das Zeughaus und das Kleine Schloss.
Bis 1753 war Wolfenbüttel
dann Residenzsstadt des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Die
Herzog August Bibliothek (HAB) zog in der Zeit von 1770 bis 1781 Gottfried Ephraim Lessing nach Wolfenbüttel, der hier „Nathan der Weise“ schrieb, was der Stadt auch den Beinamen Lessingstadt gab.
Die Bibliothek ist eine der bedeutensten Forschungsstätte für das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit.
Einer der bekanntesten Bibliothekare war von 1691 bis 1716 Gottfried Wilhelm Leibniz (geb.1646 in Leipzig und verstorben 1716 in Hannover). Er war u.a. Philosoph, Wissenschaftler und Doktor des weltlichen und des Kirchenrechts. Leibniz war es auch, der den ersten alphabetischen Katalog anlegen ließ und er regte auch den Bau eines neuen Bibliotheksgebäudes an.
Und wenn man nach Wolfenbüttel kommt, darf ein Bummel durch „Klein Venedig“ nicht fehlen. Zugegeben, im Sommer liegt tatsächlich der „Flair der Lagunenstadt“ über dem Grachtensystem von Wolfenbüttel.


Wolfenbüttel ist aber auch
eine „Filmmetropole“. Die gut
erhaltenen Fachwerkhäuser und Straßenzüge haben die Filmschaffenden als Kulisse für eine
neuere Fassung der „Feuerzangenbowle“
mit Nadja Tiller
und Walter Giller
genutzt.Das Remake wurde 1970 von Helmut Käutner nach dem gleichnamigen
Roman von Heinrich Spoerl und Hans Reimann gedreht. Kritiker sagen, das
diese Neuverfilmung nicht an das Original mit Heinz Rühmann anschließen
kann.
Ob wohl die Schauspieler einst hierher zum Friseur gegangen sind?
Und es sind diese Fachwerkhäuser, die den Charme von Wolfenbüttel ausmachen.
Wir haben – wie oben schon erwähnt – einen Nachmittagsbummel durch die Altstadt gemacht. Zum Aufwärmen - unser Ausflug fand nämlich im November statt - gibt es kleine Cafes und natürlich auch für Kaffee und Kuchen; „aber bitte mit Sahne“ ...


Der Stadtmarkt von Wolfenbüttel,
wo auch alljährlich der Weihnachtsmarkt stattfindet.

Den Grundstein für das heutige Bankhaus
legte Heinrich Anton Christoph Seeliger (li.) am 1. November 1794 mit
der Eröffnung seines Handelsgeschäfts in Wolfenbüttel. Das
Anfangskapital betrug damals 13.000 Taler.
Wer gibt da seinen Senf zu ???
Ich weiß, diese Überschrift ist sicher etwas provokativ, oder? Aber sie stimmt!
Ich gehe wahrscheinlich – genau wie die Leser/innen dieses Reiseberichtes auch – meinen Senf im Supermarkt kaufen. Es gibt so ca. 5 bis 10 verschiedene Sorten. Eine Auswahl fällt da sicher nicht schwer.
Doch in Wolfenbüttel ist das anders, denn hier gibt es einen Laden, der „gerne seinen Senf dazu gibt“. Mehr als 230 Sorten Senf kann man dort kaufen. Und da die Qual der Wahl bei einer solchen Anzahl an Sorten einfach nicht zu unterschätzen ist, kann der Kunde alle Senfsorten probieren.
Nein, nein! Ich habe nicht alle 230 probiert; aber doch ein paar. Und wozu ich mich entschieden habe, zeigt das nächste Bild:

Der Senfladen 111
Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 09:30 - 18:30 h
Sa. 09:00 - 16:00 h
Wer mehr über den Senfladen erfahren möchte, fährt einfach nach Wolfenbüttel
oder schaut mal auf der Website vorbei.
So, das war unser Ausflug nach Wolfenbüttel; wir machen das sicher bald wieder ...