Meißendorf hat ca. 2000 Einwohner und
ist eine Ortschaft in der Gemeinde Winsen.
Der Ort ist geprägt von Bauernhöfen und hier wird jedes Jahr die
einzige Heidekönigin im Landkreis Celle gewählt. Wer möchte, kann die
Fallschirmsprunglizenz im Fallschirmsportverein erwerben oder
einen Tandemsprung mit Blick auf den Hüttensee
wagen. Und an diesem Hüttensee gibt es für Camper einen waldnahen Campingplatz.
Es ist einer dieser warmen Frühlingstage, an dem wir Richtung Winsen fahren und
dann wenige Kilometer weiter zum Gut Sunder.
Hier an den Meißendorfer Teichen hat
der NABU vor rund 30 Jahren ein 815 ha
großes Naturschutzprojekt initiiert unter dem
Motto: "Staunend die heimatliche Natur erkunden".
Durch eine naturnahe Pflege der Teiche, der Fließgewässer und Wälder
ist ein Rückzugsgebiet für einheimische Tiere entstanden.
Auf dem fast 400 Jahre alten Gut Sunder mit in dem Herrenhaus und den Stallanlagen gibt es die Möglichkeit für Jung und Alt, mitten in der Natur zu übernachten und Tierbeobachtungen in Wald, Feld und am Wasser zu erleben; ebenso im Schulungszentrum Filme über die Tierwelt dieses niedersächsischen Naturparadieses zu sehen. Ferner kann man in einem Shop Bücher und Informationsmaterial erwerben.
Wie wäre es mit einer Fledermausexkursion? Wo quaken die Frösche? Wie wäre es mit dem Besuch der Familien Dachs und Fischotter? Wo wohnen die Hornissen?
Hier die Adresse:
NABU-Wildtiernis Gut Sunder
29308 Winsen (Aller), OT Meißendorf
Tel. 05056 - 9701344
Der Ursprung von Gut Sunder geht bis 1548 zurück, als die Ländereien des Gutes als Freihof des Lüneburger Klosters Sankt Michaelis ausgewiesen wurden. Daher leitet sich auch der Name ab: gesondert, sonder, sunder.
Im Stil der Celler Bürgerhäuser wurde damals auf einem von Wassergräben umgebenen Platz das Herrenhaus gebaut.
Das Gut wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrfach den Besitzer, bis
im Jahr 1752 Gottlieb Ludewig von Schrader das Gut kaufte. Auf dem
Familienfriedhof nordwestlich des Gutes liegen die Schraders begraben.
1977 verkaufte die Familie das Gut und der Deutsche Bund für
Vogelschutz (heute NABU) erwarb das Gut zusammen mit der
Bundesregierung. Heute unterhält der NABU Landesverband Niedersachsen
ein Naturerlebniszentrum mit Seminarräumen. Das Gut ist ein bedeutendes
Feuchtbiotop geworden. Das Herrenhaus steht nun unter Denkmalschutz.
Sehenswert sind das Fachwerk und die Gefache im ehemaligen Gutshaus (li.)

Das Naturschutzgebiet Meißendorfer Teiche/Bannetzer Moor ist eine Landschaft, die wesentlich von Menschenhand geprägt wurde. Erst seit 1984 wurden Teiche und das angrenzende Bannetzer Moor zum Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bis dahin wurde in dem wasserreichen Gebiet Fischzucht betrieben; es entstand Nordwestdeutschland größte Karpfenzucht mit rund 80 Teichen und einer Gesamt-Wasserfläche von 350 ha.
Ein Grabensystem verband die Teiche mit dem Fluss Meiße; die Landschaft war geprägt durch Erlenwälder.
Das Bannetzer Moor wurde Mitte des 20. Jh. großflächig trockengelegt; eine Kulturlandschaft entstand dort, wo einst die Natur vorherrschte.
Südlich des Schutzgebietes erstreckt sich das Allertal.

Als 1960 die unwirtschaftlich gewordene Fischzucht eingestellt wurde,
hat der NABU mit Hilfe
der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft
und den BUND
durch Flächenkäufe die Basis für das heutige Naturschutzgebiet
geschaffen. Mit der Dammpflege, der Unterhaltung des
Bewässerungssystems und einem entsprechenden Fischbesatz pflegt der
NABU das Gebiet und die unterschiedlichen Lebensräume um die Teiche
herum bilden Rückzugsgebiet für die Tierwelt.
Fisch- und Seeadler, Rohrdommel, Kranich und Fischotter finden ein Zuhause. Rund 130 Brutvogelarten leben hier; 40 davon sind bereits im Bestand gefährdet; 60 Arten nutzen die Teiche auf ihren Wanderungen als Rastplatz. Insektenliebhaber können fast 40 Libellen- und 400 Schmetterlingsarten sehen.
An den Meißendorfer Teichen entstand 1948 der erste Kinofilm des bekannten Naturfilmers Heinz Sielmann („Lied der Wildbahn“).

Nicht nur für uns Menschen ist hier auf Gut Sunder Platz zum
Übernachten, auch an die Insekten ist gedacht. Es gibt viele
Insektenhotels zu bestaunen. So z.B. das etwas ausgefallenen "Gebäude"
auf den nebenstehenden Bildern.
Für Insekten vieler Art ist die Unterkunft gedacht.
Gleich an den Meißendorfer Teichen anschließend liegt der 35 ha. große Hüttensee. Auch hier fühlt sich der Kormoran wohl.
Ein 4,6 km langer Rundwanderweg führt
auf dem Damm um den See, der auch für den segelnden Wassersport freigegeben ist.

Und mit diesem Panorama vom Hüttensee möchten wir uns aus Meißendorf verabschieden.
