Die Königlichen Gärten
Herrenhausen
sind oft Ziel unserer Wochenendausflüge. Ob nur ein kurzer Spaziergang
oder ein ganztägiger Besuch; die Parkanlage – bestehend aus
dem Großen Garten, den ich
auf dieser Seite vorstellen möchte, sowie dem Berggarten
und Welfengarten und Georgengarten.
Alle sind zu jeder Jahreszeit schön; selbst im Winter strahlt die
„schlafende Natur“ Ruhe und ein tolles Ambiente aus.
1666 wurde mit dem Bau des Großen Gartens begonnen; seine heutige Ausgestaltung allerdings erhielt er erst zwischen 1696 und 1714 unter der Kurfürstin Sophie.
Die Königlichen Gärten - einst barocke Sommerresidenz - heute eine der bedeutendsten barocken Gartenanlagen Europas mit den sorgfältig geschnittenen Alleebäumen und der hohen Fontäne (u.li.), die alles überragt. Sie wurde vor fast 300 Jahren erbaut und erreichte Mitte des 18 Jh. bereits einen Wasserstrahl von 56 m Höhe.
In den Jahren des Baubeginns und unter Herzog Georg von Calenberg hieß
der Ort an dieser Gartenanlage noch Höringehusen;
erst sein Sohn Johann Friedrich nannte das Dorf Herrenhausen und ließ hier sein Schloss
erbauen.
Nach Jahren im „Dornröschenschlaf“ versunken, wurde Herrenhausen 1862 durch Georg V. Residenz, was allerdings nur wenige Jahre dauerte. Die Gartenanlagen verfielen nach und nach.
Die Stadt Hannover erwarb 1936 den Garten und er blühte wieder auf.
Doch im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss durch Brandbomben vollkommen zerstört und die Gartenanlage musste nach Kriegsende wiederhergestellt werden. 1966 – zum 300. Geburtstag des Gartens – erstrahlte er in neuem Glanz; eine der bedeutendsten und schönsten Barockgärten Europas wurde wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Mittelpunkt des Nouveau Jardin
– des Großen Gartens – sind zweifelsohne die wie mit dem Lineal
gezogenen Kieswege (re.) zwischen den Blumenrabatten. Besonders im
Frühsommer
blühen hier Eisbegonien neben anderen zahllosen Sommerblumen. Und alle
Beete umgibt eine winzig kleine Buchsbaumhecke.
Das Große Parterre ist im wahrsten Sinne des Wortes groß; es umfasst 31.000 qm. Achteckige Beete, die mit niedrigen Buchsbaumhecken umpflanzt sind, lassen die bunten Blumen – je nach Jahreszeit anders blühend – noch mehr strahlen.
MItten im Großen Parterre "läutet" seit 1937 die Glockenfontäne mit ihren 164
Wasserstrahlen. Ein faszinierender Anblick bei Dunkelheit und mit
Scheinwerfern erleuchtet.

Drei von insgesamt 32 weiß gestrichenen Sandsteinskulpturen möchte ich
hier vorstellen. Sie stehen im Großen Parterre. Geschaffen wurden die
Figuren von Künstlern, die in
Ihnen die zur damaligen Zeit bekannten vier Erdteile und Gottheiten
darstellen.

Zwischen 1689 und 1692 entstand das Gartentheater;
erbaut hat es Brand Westermann; der Gärtner Martin Charbonnier
zeichnete damals verantwortlich für die Bepflanzung.
Bis zu 1000 Besucher finden auf der Tribüne Platz. Es wirkt wie ein
altes Amphitheater.
Die rechteckige Bühne steigt nach hinten etwas an, so wirkt sie sehr plastisch. Umrahmt ist die 62 x 58 m große Aufführungsfläche von hohen Taxusbäumen, einer Hainbuchenhecke und vergoldeten Bleifiguren.


In dieser "Gartenlaube" lässt sich
träumen ...
Nachdem es nun endgültig dunkel war, sind wir zu der Großen Kaskade
(li.) gegangen, die 1676 erbaut wurde und aus 24 Wasserschleiern
besteht, die
sechsstufig in vier Reihen angeordnet sind.
Die Kaskaden sind das älteste, noch im Originalzustand erhaltene
Bauwerk im Großen Garten.
Der französische Fontänenbauer Cadart ließ sie mit Muscheln, Mineralien
und Tropfsteinen verzieren.

Jedes Jahr zieht der Große Garten Tausende von Besuchern in den
Bann, nämlich zu dem Internationalen Feuerwerkswettbewerb.
Gegen Abend beginnt das „feurige“ Vergnügen mit einem bunten Programm
aus dem jeweiligen Veranstaltungsland, bis dann bei Einsetzen der
Dunkelheit die ersten Raketen einen bunten Himmel zaubern.
Es war 1720, als der Bestand an Orangenbäumchen (600 Stück!) nicht mehr in den bis dahin genutzten Winterquartier untergebracht werden konnte. Johann Christian Böhme erhielt deshalb den Auftrag zum Bau der Orangerie. Erst 1819 erhielt der einstige Fachwerkbau seine klassizistische Fassade durch den Hofbaumeister Georg Ludwig Laves.
1969 haben dort das letzte Mal die Orangenbäumchen überwintert; heute finden in dem großen Saal ausgesuchte Veranstaltungen statt.
Wir haben dort ein Wintervarieté erlebt: „Kunst ist Luxus“; ein Luxus, den es zu genießen gab. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit finden diese nicht alltäglichen Aufführungen statt, die das GOP Hannover zusammen mit dem „Kleinen Fest“ veranstaltet haben.

Und so führten uns Jesko & Guennady – die beiden Hauptcharaktäre – durch den amüsanten Nachmittag: Ein Jongleur lässt seine roten Bälle im Rhythmus der Musik einer hervorragenden Pianistin durch die Lüfte fliegen. Ein Seiltanzakrobat hält spielerisch das Gleichgewicht, begleitet von exotischen Vogelstimmen und Wassertropfen. Ein Luftakrobat hängt nur im Spagat zwischen zwei Ringen am Seil hoch über der Bühne. Die Hula-Hoop-Reifen unserer Kindertage werden von einer jungen Künstlerin rasant und mit viel Grazie um Taille, Hüfte, Bein und Arm gewirbelt. Auf wackeligen Stäben vollführt ein anderer Akrobat olympiareife Handstände. Er und sie haben die Bewegung zur Perfektion geführt. Und ein anderes Paar lässt Diabolos auf dünnen Bändern erfindungsreich ihre Kreise ziehen.
Gerne hätte ich mehr Bilder „mitgebracht“, aber die Lichteffekte, die das besondere Ambiente dieses Saales noch mehr hervorhoben, haben klare Bilder nicht „zugelassen“.
Aber müssen solche Träume immer klar zu erkennen sein? Müssen sie nicht auch ein wenig Geheimnisvolles behalten?

Zu einem schönen Nachmittag oder Abend gehört für uns auch ein netter
kulinarischer Abschluss. Gern besuchen wir das Restaurant Castello. Es liegt
nahe den Königlichen Gärten.
Wir haben schon viele Tische im Inneren des Castello „ausprobiert“;
aber lieben auch die lauschigen Abende im kleinen Restaurantgarten
unter den hohen alten Bäumen.
Die Italienische Küche ist unverkennbar - da kann ich nur sagen:
Guten Appetit !!!
