Die Freie Hansestadt Bremen hat nicht nur
den Roland und die Stadtmusikanten, die auf dem Marktplatz vor dem
Rathaus stehen; es gibt noch viele andere interessante Dinge zu
sehen. 2004 wurde das Rathaus und
der steinerne Roland in die Liste des Weltkulturerbe der UNESCO
aufgenommen.
Beginnen wir also unseren abendlichen Stadtbummel auf dem Bremer Marktplatz:
Heutzutage findet kein Markt mehr auf dem 3.484 qm großen Marktplatz statt, doch jedes Jahr zieht der Weihnachtsmarkt viele Besuchen in seinen Bann. Weit über 100 Stände lassen nicht nur die Kinderherzen höher schlagen.Vor historischer Kulisse gibt es viel zu sehen, kaufen, essen und trinken. Kugeln, Sterne und Kerzen bringen die Straßen zum Leuchten; überall erklingt Weihnachtsmusik.

Weihnachtliches, Winterliches & auch an die gefiederten Freunde draußen ist gedacht !!!


Gleich links am Rathaus stehen sie:
die Bremer Stadtmusikanten. Esel, Hund, Katze, Hahn
sind von Gerhard Marcks 1953 in Bronze gegossen.
Viele Menschen glauben, dass ein
Wunsch in Erfüllung geht, wenn man die Vorderbeine des Esels umfasst
und sich etwas wünscht. An dieser Stelle ist die Statue durch die
vielen Hände glänzend geworden.

In den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm können wir die Geschichte lesen; ein Märchen nach Arne und Thompson. Eigentlich sind die Vier gar nicht in Bremen gewesen. Dennoch erfreut sich die Geschichte großer Beliebtheit in der Hansestadt.
Aber letztendes ist es auch egal (für mich!), ob das Quartett nun hier war oder nicht. Das Märchen habe ich als Kind sehr gerne gehört und gelesen.
Und das man auch in der Türkei
die Bremer Stadtmusikanten kennt, habe ich auf einer Reise dorthin erfahren:
BREMEN ŞEHIR MIZIKACILARI
Es ist Türkisch und heißt übersetzt BREMER STADTMUSIKANTEN !!!
Ich habe mir erzählen lassen, dass eigentlich jedes Kind in der
Türkei dieses Märchen kennt. Auch wenn das Kindermärchen der Brüder
Grimm bei uns aus Esel, Hund, Katze und Hahn besteht, sieht es mit
der Kuh doch auch recht nett aus, nicht wahr?
Dieses Bild habe ich in Denizli,
Provinzstadt im westlichen Anatolien. Wir waren auf dem Weg nach Laodiceia,
einer antiken Stadt im Phrygien.
Diese Vier jedesfalls weisen den Weg in eine Tierklinik.
Bremen ist – mit einigen Freundinnen – des Öfteren unser Ziel, weil „eine von uns“ dort arbeitet. Also besuchen wir sie auch mal in der Weihnachtszeit. Nach einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zieht es uns allerdings weiter zur Böttcherstraße, Bremens „heimliche Hauptstraße“. Es war 1902, als Ludwig Roselius das 600 Jahre alte Haus Nr. 6 kaufte und sanierte. 1874 in Bremen geboren, begann Roselius seine Lehre 1890 in Hannover. Später übernahm er die Firma des Vaters und gründete die Kaffee-Handels-AG (HAG). 1922 wird dann auf seine Initiative hin die ganze Böttcherstraße saniert. Roselius starb 1942 in Berlin.
Die Böttcherstraße war bereits im Mittelalter als Verbindungsstraße zwischen Weser und Markt
bekannt; hier lebten Böttcher und Kimker, also Fass- und Zubermacher.
Es folgten in den nächsten Jahrhunderten ruhige Zeiten in der einst
belebten Straße.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die 1944 zerstörten Häuser wieder aufgebaut. 1988 kaufte dann die Sparkasse Bremen große Teile der Böttcherstraße; die umfangreichen Restaurierungen wurden 1999 abgeschlossen.
Heute lebt die Böttcherstraße wieder.

Schmale Gassen & kleine Häuser; das ist das älteste Stadtviertel Bremens:
der Schnoor. Und woher kommt der
Name? Schnoor heißt Schnur.
Bereits im 13. Jh wurde der Schnoor erstmals erwähnt. Heute noch gibt
es zahlreiche Häuser aus dem 17. und 18. Jh und viele Straßenamen
erinnern an Tätigkeiten früherer Bewohner. Am Stavendamm war
damals eine Badestube (Stave ist das plattdeutsche Wort für Stube).
Klein waren die Häuschen in den früheren Jahrhunderten; sie hatten oftmals nur 60 qm Grundfläche.
Da der Schnoor im Krieg wenig zerstört wurde, konnte das Viertel in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts umfangreich saniert werden. Denkmalpflege stand ganz oben auf dem Plan und finanzielle Zuschüsse unterstützten die Sanierung.
Natürlich haben auch wir uns „wie am Schnürchen“ über das
Kopfsteinpflaster bewegt und sind vorbei an Kunsthandwerksbetrieben,
Galerien und kleinen Lokalen gebummelt.

Das Bremer Geschichtenhaus
ist ein Projekt von bras e.V.– arbeiten für Bremen: „Bremer Geschichte – live dabei!“
Dieses Museum in der Wüstestätte 10 gibt es seit 2006 im St. Jakobus Packhaus. Arbeitslose Menschen schlüpfen in Rollen berühmter Bremer und präsentieren sich in selbstgeschneiderten Kostümen dem Publikum.


Eine riesengroße "Schweinerei" haben wir im Schnoor erlebt !!!
Da gibt es Schweine, die absolut fußballfanatisch sind und eine Miss Piggy.
Weiter zieht es uns Richtung Schlachte, der 660 m langen Uferpromenade an der Weser. Schlachte kommt vom niederdeutschen Wort „slait“, was so viel wie „schlagen“ bedeutet. Im Mittelalter wurden entlang der Weser dicke Holzstämme in den Boden geschlagen, um die Anlegeplätze stabil für große Handelsschiffe zu machen. Seit dem 11. Jh war die Schlachte Bremens Hafen, und das auch über mehrere Jahrhunderte hinweg. Doch die Schiffe wurden größer und größer, so dass der Hafen verlagert wurden (Bremerhaven) und um die Schlachte wurde es ruhig.
Doch heute „lebt“ die Schlachte wieder. Zwischen 1985 wurde der Straßenzug Fußgängerzone und zwischen 1993 und 2000 gab ein weitere Umbauten im Rahmen des Expo-Projektes „Stadt am Fluss“.
Wir aber schauen uns an diesem Dezembertag noch das Treiben auf
dem „Historischen Weihnachtsmarkt“ an,
der alljährlich die Schlachte in eine mittelalterliche Straße (zurück) verwandelt.
Zum Schluss gibt es nicht nur was für’s Auge, sondern auch für den knurrenden Magen. Diesen leckeren "Bremer Hamburger" haben wir im Luv-Restaurant an der Schlachte gegessen.
Das war unser Weihnachtsbummel durch Bremen. KLar, dass wir im Sommer wieder hinfahren; ich werde berichten ...