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Deutschland - Altmark - Kloster Jerichow

Märkischer Backsteinbau an der Straße der Romanik

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Am letzten Tag des Jahres 1144 hat wurde das Kloster Jerichow des Prämonstratenser Ordens auf den Besitztum der Grafen von Stade gegründet. Die ersten Gebäude entstanden nahe der Stadtkirche. Doch das rege Stadtleben war zu störend für die Klosterruhe, so dass es bereits vier Jahre später außerhalb an seinem heutigen Stand wieder aufgebaut wurde.

Der Bau der Stiftskirche begann; es wurde eine Basilika errichtet und der Ostflügel des Klosterbaus.
Danach folgen der Einbau der Krypta, der Chöre und die Erweiterung des Langhauses der Kirche.
Kreuzgang, Sommerrefektorium und die Westtürme wurden errichtet.

Endgültige Vollendung des Klosters war allerdings dann erst im 15. Jahrhundert.

1540 erfolgte die Aufhebung des Klosterlebens aufgrund der Reformation. Eine kurze Zeit lebten dann wieder Prämonstratenser in dem Kloster, doch 1631 kam es zum endgültigen Klosterende durch die Belagerung schwedischer Truppen.

1685 war es Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der die Klosterkirche für die neue Reformierte Kirchengemeinde schaffen ließ.

1853/57 wurde die Kirche restauriert; umfangreichere Restaurationsarbeiten erfolgten dann 1955/60. Danach zog ein Museum in die Klostergebäude ein.

Mit der Gründung der Stiftung Kloster Jerichow am 12.12.2003 begannen große Sanierungsarbeiten am Süd- und Westflügel; die Kirchenfenster wurden erneuert und viel zur Sicherung der romanischen Bausubstanz getan. Das alles in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Heute ist das Kloster Jerichow ein kulturelles Highlight in Sachsen-Anhalt.


Informationen: Prämonstratenser

Norbert von Xanten gründete 1121 einen neuen Orden in Premontre (Frankreich). Die Regeln des Hl. Augustinus, die Mission und praktische Pfarrseelsorge waren die Ordensziele.
Norbert von Xanten wurde 1126 Erzbischof in Magdeburg; er erlangt Bedeutung in der Christianisierung der Slawen östlich der Elbe.

Heute leben noch ungefähr 70 Mitglieder in 3 Abteien in Deutschland; weltweit sind es noch ca. 1300 Mitglieder in 81 Einrichtungen.


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Es ist überwältigend, wenn man vom Parkplatz aus auf die Klosterkirche zugeht. Der Backsteinbau ist beeindruckend im Stil der Romanik entstanden. Ruhe umgibt den Besucher, der schnell von den klaren Linien des Gebäudes und der Ausstattung des Kirchenraumes eingefangen wird. So wie auf diesen Bildern vom Kreuzgang.

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Der innere Kirchenraum wirkt durch die Arkaden und Emporen harmonisch, hell und weitläufig.


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Teilweise sind die Backsteine noch mit roter Farbe überstrichen, was zur intensiven Farbgebung des Kircheninneren beiträgt.

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Im Gegensatz zum Baustil der Romanik wirken die vor wenigen Jahren neu geschaffenen Kirchenfenster.




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Nicht nur die Kirche, sondern auch alle anderen Gebäude des Klosters bilden eine Einheit mit der gesamten Anlage.

Dazu gehört neben dem Backsteinmuseum auch der liebevoll angelegte Klostergarten.

Ich bin beeindruckt von den Hochbeeten mit Kräuter- und Nutzpflanzen, die den Garten natürlich und doch strukturiert erscheinen lassen.

Der Storch, der während unseres Besuches bereits auf dem Schornstein des Gärtnerhauses sein Zuhause bezogen hat, findet reichlich Futter auf den angrenzenden Wiesen innerhalb der Klostermauern.


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