Barbara Kleefeld hat in ihrem ersten Buch das
Leben von Lea,
einer weißen Frau aus unserem deutschen Kulturkreis, beschrieben. Lea
hat aus Liebe zu dem schwarzen Mauretanier Alpha ihre Heimat verlassen
und ist mit ihm nach seinem Studium zurück nach Mauretanien gegangen.
In ein Land, das seit wenigen Jahren von Frankreich in die
Unabhängigkeit entlassen worden ist. In ein Land also, das mit einem
Bein in der Kultur alter Nomadenstämme steht und mit dem anderen einen
Spagat hinbekommen muss zu dem "modernen" Leben eines selbständigen
Staates.
„Heißer Sand wirbelte durch Abfallhaufen,
die sich auf den Kreuzungen der Sandwege je nach Wohlstand ihrer
Bewohner zu unterschiedlichen Kegeln anhäuften …“
So beginnt der Roman in Kapitel 1, dem „Traum“.
Und diesen Traum träumt Lea, die junge emanzipierte weiße Frau, die nun ein Leben mit ihrem mauretanischen Mann Alpha in Afrika beginnt.
Mit sehr viel Feingefühl werden die ersten Jahre des Glücks von Lea und
Alpha beschrieben; Jahre des Aufbaus und des Eingewöhnens in ein für
Lea fremdes aber geliebtes Land. Die beiden Kinder werden geboren und
Alpha macht Karriere.
Mauretanien verändert sich; die Menschen tauschen das gewohnte
Nomadenleben gegen ein festes Zuhause ein. Schulische Ausbildung tritt
immer mehr in den Vordergrund gegenüber dem Wissen der Vorfahren. Und
die Menschen lernen den eigenen Profit höher zu schätzen als das
Allgemeinswohl.
Und Lea? Lea lernt ihren Mann von eben dieser Seite kennen. Sie stellt
fest, wie sehr er sich von seinen einstigen Zielen entfernt.
So passiert, was passieren muss: Lea und Alpha leben sich auseinander;
jeder geht den Weg, den er/sie gehen muss ...

Links: Tafelberge in Adra (einer der Regionen Mauretaniens) im Nord-Westen des Landes.
Rechts: Oase in der Geröllwüste
Barbara Kleefeld weiß wovon sie schreibt.
Hat sie doch selbst 20 Jahre
in diesem nordafrikanischen Land gelebt und als Übersetzerin
gearbeitet. Sie hat mit ihrer Familie in der Hauptstadt Nouakchott
bis zur Scheidung gewohnt.
Heute lebt sie mit ihrem deutschen Ehemann in Hannover, aber ihr
Herz schlägt immer noch für (und in) Afrika. Beide verbringen seit
Jahren ¾ des Jahres im Senegal und Barbara betreut dort eine kleine
Dorfschule von katholischen Schwestern (70 und 74 Jahre). Die Schule
liegt tief im Inneren des Landes und eröffnet Kindern eine
Schulausbildung, für die sonst der Weg in eine staatliche Schule viel
zu weit wäre.
Mit Patenschaften und Spenden ist es Barbara gelungen, eine
Kindergartenklasse zu finanzieren und provisorische Klassenräume zu
errichten. Vielleicht wird daraus ja eines Tages ein Schule aus Stein
mit einem Dach, durch das nicht der Regen tropft, denn es ist nicht
immer Trockenzeit.

Links: Schule im Senegal.
Rechts: Barbara Kleefeld und eine der Schwestern, die die Dorfschule leiten.
Ich bin begeistert von dem Buch und auch von Barbara. Wir haben schon oft und lange miteinander über Afrika gesprochen, denn dieser Kontinent fasziniert uns beide. Zusammen mit meinem Mann reise ich oft dorthin.
Was ich besonders erwähnenswert an dem Buch finde ist die Tatsache, dass es zwar autobiografische Züge enthält, aber das Leben von Lea und Alpha erzählt.
Wenn nach über 300 Seiten fast das Ende des Buches erreicht ist,
steht Lea wieder am Anfang eines neuen
Lebensabschnittes, denn „Lea brachte 20 Jahre
in drei Koffern unter. Im Handgepäck die Kallebasse …“
„Geh einfach weg, als kämst du morgen wieder.“
Und wenn dann die endgültig letzte Seite des Buches erreicht ist, steht dort ein interessanter Satz; ich zitiere: " Die Geschichte ist Wahrheit und Unwahrheit, Wirklichkeit und Phantasie. Wäre sie das nicht, hätte sie sich wohl so zutragen können.“
Habe ich jetzt Interesse für ein Land geweckt, das dreimal so groß wie
Deutschland ist, aber zu mehr als 95 % aus Wüste und Steppe besteht?
Das zwischen Marokko, Algerien, Mali und dem Senegal liegt und nur
etwas mehr als 3 Mio. Einwohner zählt?
Dann kann ich dieses Buch allen empfehlen, die mehr über Mauretanien erfahren möchten.
Ich wünsche Barbara Kleefeld weiterhin viel Erfolg mit ihrem Buch und interessante Jahre in Afrika. Bedanken möchte ich mich bei Ihr für die Bilder, die ich in diesem Beitrag veröffentliche.
